Mit Rückenwind in die Rückrunde
Kurz nach der Jahreshauptversammlung hat die FCD Aktuell Redaktion mit Martin Schmid (1. Vorstand) gesprochen. Im Interview blickt er auf die zentralen Themen der Versammlung zurück und gibt einen Ausblick auf den Start in die Rückrunde – von sportlichen Zielen über Jugendarbeit bis hin zu Engagement und Ehrenamt. Außerdem geht es um die Infrastruktur am Sportplatz und das Schlüsselprojekt „Neuer Kabinentrakt/Funktionsgebäude“.
Martin, die Jahreshauptversammlung liegt hinter uns. Mit welchem Gefühl gehst du aus dem Abend?
Mit einem richtig guten Gefühl. Die Versammlung hat gezeigt, dass wir im Verein ein gutes Miteinander zwischen Aktiven, Funktionären und Mitgliedern haben. Die Jahreshauptversammlung ist für uns super um gut und kritisch zu reflektieren und dann mit Rückenwind die immer größer werdenden Herausforderungen anzupacken.
Stabilität und Entwicklung
Wenn du eine Kernaussage aus den Berichten und Themen der JHV mitnehmen müsstest – welche wäre das?
Dass wir sportlich und organisatorisch sehr gut aufgestellt sind. Gleichzeitig merkt man aber auch: Je mehr Teams, je mehr Trainings und je mehr Spielbetrieb – desto mehr müssen wir an Strukturen, Ehrenamt und Infrastruktur arbeiten, damit das langfristig funktioniert und wir gesund weiter wachsen können.
Ein Klassiker auf jeder JHV: die Finanzen. Wie steht der Verein da?
Solide und verantwortungsvoll. Wir haben einen sehr transparenten Überblick über Einnahmen und Ausgaben gegeben – am Ende steht ein minimaler Überschuss und das klare Feedback, dass die Anpassung der Mitgliedsbeiträge im Jahr 2025 richtig war. Und wir können klar sagen: Wir können den Sportbetrieb verlässlich stemmen.
Sportlicher Rückblick und Ausblick auf die Rückrunde
Sportlich gab’s einiges zu feiern. Was sticht bei den Herren für dich besonders raus?
Die Breite im Herrenbereich. Die 3. Mannschaft mit dem Aufstieg in die Kreisliga – das war ein historischer Erfolg. Und unsere 1. Mannschaft hat eine Hinrunde gespielt, die es so in der Vereinsgeschichte noch nicht gab.
Was ist dein Gefühl für die Rückrunde – worauf kommt’s jetzt an?
Auf Konstanz und gute Arbeit. Wir wollen den guten Tabellenplatz bei der Ersten natürlich behalten, aber auch weiterhin unsere „Jungen“ einbauen und sie an die Bayernliga ranführen. Wichtig ist, dass wir als Gesamtkonstrukt funktionieren – dazu gehören alle Mannschaften. Die U23 ist zum Beispiel eine ganz wichtige Brücke zwischen Jugendbereich und Herrenbereich.
Jugendarbeit: Breite, Leistung – und ein starkes Fundament
Jugend ist beim FCD immer ein großes Thema. Was sagt dir der Blick auf die Zahlen?
Dass wir extrem breit aufgestellt sind und für alle ein Angebot haben: Im Spieljahr 2025/26 sind 25 Jugendmannschaften gemeldet. Das ist ein starkes Signal – und ein Beweis dafür, dass sich die Jugendarbeit richtig gut entwickelt.
Und gleichzeitig habt ihr im Leistungsbereich richtig ambitionierte Teams am Start. Wie bewertest du das?
Das ist genau die Mischung, die wir wollen: Breite und Leistung unter einem Dach. U19, U17 und U15 spielen Bayernliga, das ist die zweithöchste Liga in Deutschland. Die U13 spielt in der Bezirksoberliga. Solche Strukturen sind wichtig, damit Talente Perspektiven haben, ohne dass der Breitensport darunter leidet.
Ein Punkt, der neu ist: In der A‑Jugend gibt’s erstmals keine U18 – die stärksten Spieler gehen direkt hoch in die U19. Warum war das euch wichtig?
Das wurde intensiv diskutiert, und die Entscheidung war dann: Talente konsequent in die U19 integrieren und nicht externe Spieler für die U18 dazu holen müssen. Gleichzeitig sind A2 und A3 klar im Breitensport verankert – perspektivisch eben mit eigenen Spielern.
Fußball sind nicht nur die Spieler auf dem Platz – wir haben auch im Schiri‑Bereich starke Leute. Was kann man dazu sagen?
Wir haben acht aktive Schiedsrichter, die zusammen 215 Spiele geleitet haben. Und dass ein FCD‑Schiedsrichter sogar beim U17‑Bundesligafinale in Mönchengladbach im Einsatz war, zeigt: Engagement kann auch sportlich richtig weit führen.
Engagement und Ehrenamt: Ohne das geht’s nicht
Du hast es gerade angedeutet: Wachstum bringt Aufgaben. Wenn du das Thema Ehrenamt in einen Satz packen müsstest – was wäre deine Kernaussage?
Ohne Ehrenamt gibt’s keinen FC Deisenhofen. Punkt. Trainingsbetrieb, Spieltage, Turniere, Veranstaltungen – das alles funktioniert nur, weil viele Menschen Zeit und Energie reinstecken.
Wo merkst du aktuell am stärksten, dass ihr auf Unterstützung angewiesen seid?
Vor allem bei Trainer- und Betreuerteams – insbesondere im Kleinfeldbereich. Es bleibt die größte Herausforderung, engagierte Trainerteams zu gewinnen. Und gleichzeitig ist es schön zu sehen, dass es dank vieler Helfer immer wieder gelingt. Ich kann nur sagen: Eltern, Jugendliche, junge Erwachsene – wer Lust hat, ist jederzeit eingeladen, sich einzubringen.
Auch bei Vereinsveranstaltungen sieht man ja, was ehrenamtlich möglich ist. Was nimmst du daraus mit?
Dass Gemeinschaft bei uns nicht nur ein Wort ist. Beim Stadlfest, Christkindlmarkt oder Adventskalender packen Mannschaften, Helferteams und Eltern mit an – das ist Vereinsleben pur. Und es zeigt: Wenn viele mit anpacken, wird’s richtig gut.
Du engagierst dich seit vielen Jahren ehrenamtlich – als 1. Vorstand beim FC Deisenhofen und auch in anderen Bereichen im Ort. Gleichzeitig kandidierst du am 08. März erneut für den Gemeinderat. Was motiviert dich, trotz deines Berufs als Landwirt und der vielen Aufgaben im Verein, weiterhin so viel Verantwortung zu übernehmen?
Mich treibt an, dass Oberhaching davon lebt, wenn Menschen mit anpacken. Ich sehe das in ganz unterschiedlichen Bereichen – im FC Deisenhofen, im Schützenverein, in der Kirchenverwaltung und bei der Feuerwehr. Überall gilt: Ehrenamt funktioniert nur, wenn die Rahmenbedingungen passen – also wenn Infrastruktur da ist, Zuständigkeiten klar sind und man Planungssicherheit hat. Die Möglichkeit, genau an solchen Grundlagen im Gemeinderat mitarbeiten zu können, ist für mich ein wichtiger Antrieb.
Und mir liegt besonders die Jugendarbeit am Herzen. Vereine wie wir, der TSV Oberhaching und viele andere leisten hier einen unschätzbaren Beitrag: Sie fördern Bewegung und Gesundheit, vermitteln Gemeinschaft, Werte und Verantwortung – und geben jungen Menschen Halt und Perspektive.
Mich freut es auch riesig, dass so viele andere in Vereinen aktive Menschen bei der diesjährigen Kommunalwahl antreten. Mit Thomas Werth, Stefan Hofberger und Josef Klarer sogar drei echte FCD´ler.
Infrastruktur: Neuer Kabinentrakt
Kommen wir zum großen Thema „Kabinentrakt/Funktionsgebäude“. Das war auch Thema im Grußwort von Stefan schelle. Warum war das so wichtig?
Weil es wirklich ein Schlüsselthema für die nächsten Jahre ist. Bürgermeister Stefan Schelle hat auf der Jahreshauptversammlung ein Grußwort gesprochen und dabei auch zum aktuellen Stand des Bauvorhabens „Neuer Kabinentrakt“ berichtet. Das zeigt: Dieses Thema betrifft nicht nur den Verein – es ist ein gemeinsames Projektdenken zwischen Verein und Gemeinde.
Was sind denn die harten Fakten hinter „Kapazitätsgrenze“ – was geht bei euch im Alltag gerade nicht mehr auf?
Unser bestehendes Funktionsgebäude ist aus dem Jahr 2000, mit acht Umkleiden und vier Duschen. Wir hatten damals 12 Mannschaften im Spielbetrieb, jetzt sind es über 30. Heute sind an einem normalen Heimspieltag 18 Heim- und Gastmannschaften plus im Schnitt zehn Schiedsrichter/Assistenten auf der Anlage. Unter der Woche ist es nochmal enger: zwischen Februar und November im Schnitt 14 Trainingseinheiten pro Tag – insgesamt rund 2.450 Einheiten im Jahr.
Und was bedeutet das ganz konkret für Spielerinnen und Spieler?
Dass wir es aktuell nicht schaffen, allen eine Kabine bereitzustellen – manchen müssen sich auf den Tribünen im Freien umziehen. Dazu kommt: Der organisatorische Aufwand bei der Kabinenaufteilung ist riesig, und die Übernutzung führt zu starker Abnutzung und hohen Instandhaltungs- und Reparaturkosten.
Wie sieht die Lösung aus, die ihr anstoßen wollt?
Die Überlegung ist ein zweites Funktionsgebäude – also zusätzliche Umkleiden, Duschen und Funktionsräume für Training und Spielbetrieb. In den Planungen sind außerdem Gastronomie, Räume für Besprechungen/Tagungen und kleinere Veranstaltungen sowie Aufenthaltsräume für Jugendliche und Angebote im Rahmen des gesetzlichen Anspruchs auf Ganztagesbetreuung, bei dem wir die Gemeinde unterstützen werden.
Zusammenhalt & Mitmachen
Zum Abschluss: Was wünschst du dir für die nächsten Wochen – auf und neben dem Platz?
Auf dem Platz: eine starke Rückrunde bei Herren und Jugend – mit Energie, Teamgeist und guter Entwicklung. Neben dem Platz: dass noch mehr Leute merken, wie viel Spaß es macht, Teil des Vereins zu sein – nicht nur als Zuschauer, sondern auch als Helfer, Trainer, Betreuer oder Schiedsrichter. Jede helfende Hand macht den FCD stärker.

